Design in früherer Zeit – Das Bidermeier ist alles andere als bieder!

Der Möbelstil Biedermeier ist typisch für das Bürgertum. Es handelt sich um einen Stil, der zu Beginn der Industrialisierung geboren wurde. Er ermöglichte in diesen unruhigen Zeiten das sich Zurückziehen in ein überschaubares Zuhause. So ist er in die Geschichte eingegangen.

Die Epoche des Biedermeier ist geprägt von weltverändernden technischen Erfindungen, die in rasantem Tempo in die Moderne führten. Im Biedermeier spielt auch die Vergangenheit eine Rolle. Häufig wird eine schöne heile Welt dargestellt. Diese findet sich im typischen Biedermeier-Möbel wieder.

Der Begriff Biedermeier

Es gab damals eine Zeitung, die hieß “Fliegende Blätter”. Darin kam eine Person namens Gottlieb Biedermeier vor. Diese Person bezieht sich auf die Lebenskultur des Bürgertums, die in eine beschauliche private Idylle flüchtete. Nach den napoleonischen Kriegen hatten die Leute in Deutschland wenig Geld, um ein Haus besonders luxuriös auszustatten.

Aus diesem Geldmangel entstand ein ganz eigener Stil. In ihm drückt sich auch das Verlangen nach künstlerischer Schönheit aus. Er fand keinen Niederschlag in der Architektur, bezieht sich ganz auf Möbel und Inneneinrichtung.

Biedermeier-Möbel

Biedermeier-Möbel sind funktional. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, zur Gemütlichkeit des Hauses beizutragen. Die äußeren Formen sind klar. Es gibt wenig Verzierungen. Es soll vor allem das Material zum Ausdruck kommen.Ein schönes Möbelstück dieser Epoche wie man es etwa auf Antik-Held.de findet,  kann oft unpersönlichen modernen Büroräumen einen eigenen Stil verleihen.

Sie erinnern an klassizistische Formen, haben wenig Dekor. Die Holzmaserung kommt sehr schön zum Ausdruck. Biedermeiermöbel sind praktisch, schlicht, harmonisch in den Proportionen und handwerklich gut gearbeitet.

Die Entwürfe wirken, als hätte jemand ein Möbel des Empire genommen und sie stark zurückgehalten; oft von den Entwürfen des englischen Möbeltischlers Thomas Sheraton beeinflusst. Sparsam verzierte hölzerne Möbel werden umrahmt von Stoffen und Papiertapeten in freundlichen Mustern und Farben, häufig mit geblümtem Streifenmuster.

Beliebte Holzarten

Helle Holzarten wie Birke, Kirsche, Birne, Nussbaum, Pappel und Eibe sind im Biedermeier sehr beliebt, in Norddeutschland wird auch Mahagoni und Walnuss verarbeitet. Holzkontraste in hell/dunkel werden gern verwendet, aber meist aus Kostengründen nicht in Ebenholz, sondern durch Schwarzfärbung oder Beizen anderer Hölzer ausgeführt.

Intarsien sind im Biedermeier selten und werden, wenn überhaupt, nur sehr sparsam eingesetzt. Es dominiert die glatte, polierte Oberfläche mit ihrer schönen Maserung. Der Möbeltischler möchte, dass die Proportionen stimmen; damit diese möglichst gut zum Ausdruck kommen, verzichtet er fast vollständig auf schmückendes Beiwerk.

Wenn die Stoffe nicht gestreift sind, sind sie geblümt (meist grün oder blau). Die Sitzflächen der gepolsterten Stühle bestehen aus Samt oder Organza-Stoffen. Die Stühle zeigen eine geschwungene Formgebung in Verbindung mit einer leichten Linienführung. Sie sollen bequem sein und lange halten. Das Sofa ist der zentrale Blickfang des Raumes.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *